Public Affairs und Policy Advice im Gesundheitsbereich

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von Antonia Meyer

Sie stellen keine Diagnose, verschreiben keine Medikamente – und doch sind sie es, die vielen Patienten oft erst die Chance auf Heilung ermöglichen. Drei Punkte zu Public Affairs und Policy Advice im Healthcare-Bereich.

Politische Arbeit im Gesundheitswesen hat einen schlechten Ruf. Sind Lobbyisten böse?

Gut und böse gibt es nicht: nur professionell und unprofessionell. Eine professionelle Interessenvertretung weiß, dass sie Partikularinteressen vertritt. Dabei darf sie aber nie das Gemeinwohl aus dem Blick verlieren. Sie will ihre Zielgruppen vom eigenen Argument überzeugen, nicht überreden – vor allem im Wettbewerb mit den Gegenargumenten anderer Akteure. Sie hat hohe Standards in Sachen Transparenz und Ethik.

Kann Public Affairs und Policy Advice auch Patienten Gutes tun?

Die wichtigste Zielgruppe sind die politischen Entscheidungsträger. Und für diese gilt: Patienten gleich Bürger gleich Wähler. Wer nur auf das Recht des Stärkeren setzt, wird im besten Fall missachtet, im schlimmsten reguliert. Man muss die politischen Rationalitäten kennen, Entscheidungsmuster antizipieren. Das heißt: den Patienten glaubhaft in den Mittelpunkt rücken, um das Gehör und Vertrauen der Politik zu gewinnen – und damit die Grundlage für neue Therapien zu schaffen.

Beispiele, von denen man lernen kann

NGOs machen vieles richtig: Zuspitzung, Inszenierung, Konfliktfähigkeit und Mobilisierung. Deutsche Umwelthilfe vs. Autohersteller ist nur ein Beispiel. Mit hoher Effizienz schaffen es NGOs, Geschichten bei maximaler Aufmerksamkeit zu erzählen. Indem sie Botschaften bildlich und medial inszenieren, Konflikte aushalten und flexibel reagieren. Ganz wichtig: Sie haben sich geeignete Instrumente und Kanäle geschaffen, um Anhänger zu mobilisieren und damit die eigenen Botschaften zu multiplizieren. Das kann die pharmazeutische Industrie auch.

Antonia Meyer ist Director bei 365 Sherpas – Public Affairs & Policy Advice. Sie berät Kunden aus dem Gesundheitssektor bei der Positionierung im politischen Raum und beim Stakeholder-Management. Dabei beschäftigt sie sich auch mit der Frage, welche innovativen Formate sich eignen und wie Public Affairs im digitalen Raum erfolgreich gelingen kann.

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