Unsicherheiten der Zukunft als Freiraum für Kreative

von Jan Robert (Jaro) Menz
(Freunde des Hauses)

Über das gemeinsame Ziel, unser Verständnis von Kreativität ständig weiterzuentwickeln und Unsicherheiten der Zukunft als Freiraum zu verstehen.

Anfang des Jahres fand die ALUMNITY 2020 der Hochschule Anhalt in Dessau statt. Die „Conference of Ideas“ wurde für und mit den ehemaligen Studierenden des Fachbereichs Design konzipiert und ausgestaltet. Über 200 Alumni, darunter ich, trafen sich in der Bauhausstadt, um sich zu sehen, voneinander zu hören, Kontakte wiederzubeleben oder neue zu knüpfen. Die Tagung fand in der Hochschule, den Hörsälen des Umweltbundesamtes und im neu eröffneten Bauhaus Museum statt.

Ein Speed Recruiting ermöglichte das Netzwerken zwischen Studierenden und Alumni in Kommunikationsagenturen, Designbüros und Industrieunternehmen. Ich freue mich, für die Freunde des Hauses dabei gewesen zu sein und die Verbindung von Studium und Arbeitsleben in Zukunft weiter zu stärken. Eine Podiumsdiskussion und Präsentationen über die kreative Arbeit der Alumni belebten den Austausch rund um „die Idee“.

Mit einem Vortrag durfte ich Teil der Konferenz sein und sprach über die Frage „Wie wollen wir in Zukunft miteinander arbeiten, um ein nachhaltig gesundes und wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen zu führen?“ Dabei konnte ich Einblick in den aktiven Prozess bei den Freunden des Hauses geben: Jeder Mitarbeitende ist involviert und sucht nach Strukturen und Werkzeugen für ein modernes Arbeiten. Erdachte Maßnahmen für die Agentur werden verkündet und gemeinsam ‚vertestet‘. Auch das Scheitern einer Maßnahme ist etwas Gutes, weil offenbar etwas echt Neues ausprobiert wurde. Die Agentur, die wir heute für morgen gestalten, darf übermorgen eine andere sein – eine entlastende Sicht auf den dauerhaften Veränderungsprozess.

Wir leben in einer Zeit, in der jeder, immer und überall alle Informationen bekommen kann – und man doch niemanden fragen kann, was die Zukunft bringt. Die Agenturbranche wird sich massiv verändern. Und mit ihr auch unsere Jobs. Das kann ganz schön Angst machen. Gerade jetzt, in der unsicheren Zeit der Coronakrise, kamen mir meine Abschlussworte des Vortrags wieder in den Sinn: „Unser Job ist nur solange das Gestalten eines Posters, solange das Poster wirklich hilft, ein Problem zu lösen. Vor allem ist unser Job das kreative Lösen von Problemen – also mit Kreativität flexibel auf Neues zu reagieren. Wir wissen nicht, was kommt und was man dafür können muss. Das Ungewisse bietet uns Kreativen aber auch die Freiheit, rumzuspielen, einfach auszuprobieren und Neues zu testen. Und diese Freiheit kann Mut machen.“

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